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Die 7 häufigsten Vorurteile zur Berufs­unfähigkeits­versicherung

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Rund 62 Prozent aller Erwerbsfähigen in Deutschland haben keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Der Grund dafür sind meist Fehlinformation oder Unwissenheit der Betroffenen, sagen Versicherungs-Experten. Dabei kann eine BU im Ernstfall bei Krankheit oder einem Unfall die eigene Existenz und die der Familie sichern. Doch die Versicherungs-Experten begegnen in ihrem Berufsalltag immer wieder falschen Annahmen, die über die BU vorherrschen. Wir haben mit den Spezialisten gesprochen und die häufigsten Vorurteile für Sie zusammengetragen.

1. „Ich bin zu alt für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.“

Eine BU ist auch mit 45 noch sinnvoll, immerhin müssen Sie dann noch mehr als zwanzig Jahre arbeiten. Gleichzeitig steigt im Alter das Risiko, an Leiden zu erkranken, die sich auf die eigene Arbeitskraft auswirken – beispielsweise Rückenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Umso früher Sie die BU abschließen, desto wahrscheinlicher ist eine geringere Anzahl von Gesundheitsrisiken und Vorerkrankungen – und das bedeutet, deutlich günstigere Beiträge und mehr Absicherung.

Tobias H., 35 Jahre,
Elektriker

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Wert der Arbeitskraft
bis zur Rente: 1,1 Mio. EUR

2. „Wenn es hart auf hart kommt, zahlt die Versicherung eh nicht.“

Tritt der Versicherungsfall ein, prüft die Versicherung natürlich die Sachlage. Das Ergebnis: Die Leistungen aus einer BU werden laut Angaben des Branchenverbands Gesamtverband der Deutschen Versicherer e.V. (GDV) in fast 80 Prozent der Fälle problemlos bewilligt. Und was viele Erwerbsfähige nicht wissen: Es spielt keine Rolle, ob die Ursache für eine vorübergehende oder dauerhafte Berufsunfähigkeit in Ihrem beruflichen oder im privaten Umfeld liegt. Die BU greift in beiden Fällen, selbst wenn Sie Ihren Beruf nur für einige Zeit nicht mehr ausüben können.

Christina D., 27 Jahre,
Krankenschwester

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Wert der Arbeitskraft
bis zur Rente: 1,2 Mio. EUR

3. „Studenten und Azubis können sich noch nicht absichern.“

Die Versicherer erkennen die Tätigkeiten von Studierenden und Azubis als Beruf an. Daher können auch sie sich absichern. Selbst für Schüler ab 15 Jahren gibt es Berufsunfähigkeitsschutz. Wurde dagegen keine BU abgeschlossen, erhalten Schülerinnen und Schüler sowie Studierende bei einer Erwerbsunfähigkeit keine staatlichen Leistungen. Bei Auszubildenden sowie Berufseinsteigern enden Lohnfortzahlung und das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse nach 84 Wochen. Das kann schnell zu finanziellen Engpässen führen. Zudem profitieren junge Menschen von den deutlich geringeren Beiträgen für eine BU.

4. „Es ist zu kompliziert, eine BU abzuschließen.“

Durchschnittlich jeder Vierte wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Das gilt für alle Altersgruppen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt im Ernstfall für finanzielle Sicherheit. Besonders für Familien kann sie dann eine wertvolle Unterstützung sein. Um einen individuellen Schutz zu gewährleisten, müssen Sie wie bei jeder Versicherung einige Daten angeben. Bei Unklarheiten helfen Ihnen die Versicherungs-Experten.

Lara K., 27 Jahre,
Flugbegleiterin

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Wert der Arbeitskraft
bis zur Rente: 1,4 Mio. EUR

5. „Ich habe eine Unfallversicherung, das reicht aus.“

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Unfälle der Hauptgrund für Erwerbsunfähigkeit sind. Fakt ist: 32 Prozent aller Betroffenen haben psychische Erkrankungen, wie Depression oder Burn-out, 21 Prozent leiden an Erkrankungen des Skeletts oder des Bewegungsapparates und nur bei 9 Prozent schränkt ein Unfall die berufliche Tätigkeit ein.

Rold B., 31 Jahre,
Wachmann

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Wert der Arbeitskraft
bis zur Rente: 1,3 Mio. EUR

6. „Die staatliche Absicherung reicht im Ernstfall aus, um meine Familie zu ernähren.“

Das trifft leider in den seltensten Fällen zu. Der Grund: Die staatlich gewährte Erwerbsminderungsrente ist nur eine Mindestabsicherung und fällt in der Regel zu niedrig aus, um den Lebensstandard zu sichern. Entscheidend für die Zahlung ist zudem, dass Sie in keinem Beruf mehr arbeiten können. Wer noch täglich maximal drei Stunden einen Job ausüben kann, erhält maximal 50 Prozent des Nettoeinkommens, bei drei bis sechs Stunden sind es etwa 20 Prozent des Nettoeinkommens. Dabei spielt es keine Rolle, um welchen Beruf es sich handelt. Von der gesetzlichen Krankenkasse erhalten Sie maximal 78 Wochen lang Krankengeld. Die durchschnittliche BU-Rente beträgt 700 Euro im Monat.

7. „Nur Menschen mit körperlicher Belastung im Job, wie Handwerker, müssen sich absichern.“

Unfälle, Krankheiten oder körperlicher Kräfteverfall können jeden treffen – vom Schüler, über den Maurer bis zum Akademiker. Besonders die Jüngeren müssen eine BU in Anspruch nehmen: Rund die Hälfte der Leistungsbezieher sind unter 45 Jahren. Was viele nicht bedenken: Bürokräfte und Menschen, die im Job lange und viel sitzen, erkranken eher an Rückenbeschwerden. Rückenprobleme gehören zur zweithäufigsten Ursache für Berufsunfähigkeit.

Schutzengel-Tipp

Was meinen Sie: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen? Unser BU-Test verrät Ihnen, ob Sie richtig liegen. Testen Sie Ihr Versicherungs-Wissen! Hier geht’s lang.


Text: Meike Lücke
Bilder: Heroimages, Image Source Salsa, LIGHTFIELD STUDIOS, Maskot, Robert Kneschke

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