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Abenteuer für den guten Zweck

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„Als wir Mitte Juni in Hamburg von der Startrampe rollten, war das schon ein Gänse­hautmoment“, erinnert sich Petersen, der in der Provinzial Agentur Höck und Andresen in Satrup arbeitet. Schon lange hatten die Freunde von einem gemeinsamen Roadtrip gesprochen. „Als ich vom Baltic Sea Circle hörte und Ruwen davon berichtete, wussten wir, das ist es. Wir hatten Lust auf das Abenteuer und Lust, Geld für einen karitativen Zweck zu sammeln“, berichtet Petersen. Denn neben der eigentlichen Startgebühr muss jedes Team auch mindestens 750 Euro für ein gemeinnütziges Projekt seiner Wahl spenden. Die Grundhofer Bagaluten, wie die Beiden sich nannten, entschieden sich für das Katharinen-Hospiz in Flensburg. Petersen hatte in der eigenen Familie bereits erfahren, wie wertvoll die karitative Arbeit des Hospizes ist. Mehr als 4.000 Euro konnte das Team am Ende überreichen. 3.000 Euro steuerte der "Mitarbeiterverein Provinzialer helfen" bei.

"Als ich angefragt habe, ob der Verein unser Projekt unterstützt, hätte ich nie gedacht, dass sie uns so viel Geld geben", staunt Petersen noch heute. Um beim Baltic Sea Circle mitfahren zu können, brauchte das Team außerdem ein Fahrzeug, das mindestens 20 Jahre alt war und maximal 2.500 Euro kostete. „Wir fanden dann einen Fiat Fiorino in schönem Straßenmeisterei-Orange. Der war früher tatsächlich auch mal für die Stadt Plön im Einsatz“, erzählt Petersen. Drei Monate lang schraubte er gemeinsam mit einem Freund fast jedes Wochenende, um das Auto fit für die Rallye zu machen. Sie bauten es so um, dass das Team alles Notwendige transportieren und auch darin schlafen konnte. Wasser und ein paar Grundnahrungsmittel wollten sie immer dabeihaben. Die größte Herausforderung? "Ruwen war für die Verpflegung zuständig und hatte kurz vor dem Rallyestart beschlossen, sich nur noch vegan zu ernähren“, erzählt Petersen lachend.



Am 16. Juni ging es los. Mehr als 260 Teams starteten in ihr persönliches Abenteuer. Jedes Team konnte sich anhand des Kartenmaterials seinen eigenen Weg um die Ostsee suchen. Nur zweimal - auf den Lofoten kurz vor dem Nordkap und kurz vor Tallin in Estland - sollten alle Teilnehmer zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam feiern. Das sogenannte Roadbook gab Tipps für besondere Plätze und stellte Aufgaben entlang der Strecke, mit denen jedes Team zusätzliche Punkte gewinnen konnte. „So haben wir auch ein stillgelegtes Gefängnis kennen gelernt, das überflutet wurde. Heute kann man zwischen den Gebäuden schwimmen“, nennt Petersen ein Beispiel. Zusatzpunkte waren dem Team ansonsten jedoch nicht so wichtig. Sie wollten lieber Zeit rausfahren, um sich die Lofoten, Sankt Petersburg und Danzig genauer ansehen zu können. Schon in den ersten Tagen schlossen sich die Bagaluten mit zwei weiteren Teams zusammen und fuhren bis auf einige Ausnahmen die Tour gemeinsam.

Ihre Tage verliefen fast immer gleich. War das Auto nach dem Frühstück wieder reisefertig, ging es für bis zu zwölf Stunden auf die Straße. Da es während des Sommers im Norden kaum richtig dunkel wurde, konnten sie sich auch spät abends noch einen guten Platz zum Übernachten suchen und den Fiat wieder zum Bett umbauen. Das erste Highlight der Tour: die norwegischen Lofoten. „Die weißen Strände und das azurblaue Wasser erinnerten eher an die Karibik, und das vor schneebedeckten Bergen“, schwärmt Petersen, „du stehst am Strand, blickst hinaus auf die Weite des Meeres und weißt, da kommt lange nichts mehr.“ Nach einem kurzen Schlenker durch Finnland kehrten sie nach Nord-Norwegen zurück, um von dort aus die Grenze nach Russland zu überqueren. „Wir hatten gehört, dass das entspannter sein soll“, erklärt Petersen, „vorher mussten wir nur noch den CB-Funk ausbauen, weil der in Russland verboten ist.“ Die Handverletzung, die er sich dabei zuzog, sollte ihn auch später noch beschäftigen.
 

Hinter der Grenze erwartete sie eine andere Welt. Die Landbevölkerung war sehr freundlich, aber niemand sprach Englisch. Murmansk kam ihnen trist vor. Schnell machten sie sich auf den Weg nach Sankt Petersburg. Auf 1.400 Kilometern führte die Straße dorthin quasi nur geradeaus und Geschwindigkeitsbegrenzungen schienen für die Einheimischen nicht zu zählen. Der Grund für den Geschwindigkeitsrausch sprach sich unter den Teams schnell herum: Für zu schnelles Fahren musste nur eine niedrige Strafgebühr gezahlt werden. "Da waren wir schon fast ein Hindernis und es gab auch brenzlige Situationen“, berichtet Petersen. Pannen hatten die Bagaluten glücklicherweise selbst nicht. Bei einem der anderen beiden Fahrzeuge musste jedoch die Lichtmaschine ausgetauscht werden. "Die erste Werkstatt reparierte aber keine Elektronik, in der zweiten konnten wir uns trotz Übersetzungs-App auf dem Handy nicht verständigen", erinnert er sich. Glück im Unglück: Nach ihnen kam ein Rallye-Team, in dem jemand Russisch sprach. Noch etwas später eines, das ihnen seine Ersatz-Lichtmaschine überließ. "Das war schon super. Auf der Tour hat jeder geholfen, wenn er konnte", so Petersen.

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Obwohl wild campen in Russland verboten ist, wollte die Gruppe in einem Waldstück übernachten. "Dort gab es ein scheinbar verlassenes Ferienlager. Als dann plötzlich ein Licht anging, obwohl nirgendwo ein Mensch zu sehen war, war uns doch mulmig zu Mute", erinnert sich Petersen. Nach einer kurzen Nacht brachen sie morgens ganz schnell wieder auf. Seine Handwunde machte ihm allerdings zu schaffen. "Dummerweise hatte ich sie mit Wasser aus der Leitung gespült und wusste nicht, dass das kein Trinkwasser war. Das hat sich ganz schnell entzündet“, erzählt er. Eine heikle Situation. Noch lagen einige hunderte Kilometer vor ihnen, bevor sie zurück in der EU sein würden. Ohne Russischkenntnisse ins Krankenhaus wollte er jedoch auch nicht: „Ich habe dann unseren Trinkwasservorrat zum Spülen der Wunde benutzt und ordentlich Antiseptikum draufgekippt.


Das hat geholfen. "Sankt Petersburg bildete einen starken Kontrast zum grauen Murmansk. Die schöne Stadt präsentierte sich mitten in der Fußball-WM international, offen und deutlich einladender. Zwei Tage verbrachte das Team dort, bevor es weiter nach Estland ging. "Der Unterschied war gleich an der Grenze zu spüren und unsere Erleichterung groß. Die baltischen Staaten sind im Vergleich zu Russland deutlich europäischer", erklärt Petersen. Zeit für Erkundungen blieb ihnen hier jedoch nicht. Das Baltikum durchqueren sie in nur zwei Tagen. Das Team wollte nach Polen, um Danzig zu erkunden.

Dank eines befreundeten Teams wurden Petersen und Beismann beim Zieleinlauf in Hamburg mit einer Feuerwehrfontäne begrüßt. „Wir waren klitschnass, aber das war schon ein toller Moment. Meine Freundin war gekommen und auch Ruwens Familie. Wir waren froh, es geschafft zu haben.“ Um im Alltag wieder anzukommen, brauchte es jedoch einige Tage. Die intensive Zeit im Auto vermisst Petersen. „Das war eine tolle Erfahrung und ich will unbedingt selbst noch mal im Bus los und mir einige Orte der Tour mit meiner Freundin genauer ansehen.“ Er könnte sich vorstellen, den Baltic Sea Circle noch einmal im Winter zu fahren oder auf einer Tour durch Schottland oder die USA dabei zu sein.


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Klicktipps zu Petersens Abenteuer beim Baltic Sea Circle

Baltic Sea Circle
Katharinen-Hospiz Flensburg
Provinzialer helfen

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Lesetipp: „Pacific Crest Trail“

Normalerweise beschäftigt sich Mathias Maretzky mit Versiche­rungen für Auto und Co. 2017 war er jedoch gemeinsam mit seiner Frau Tanja für drei Monate zu Fuß auf dem Pacific Crest Trail in den USA unterwegs - drei Monate mit atemberaubender Natur, viel Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, aber auch herausfordernden Situationen.

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Text: Beatrix Richter
Quellenangabe Fotos: Hauptbühnenbild + Slider 1 Bild 1,2 (Superlative Adventure Club),  Bühnenbild 1,2,4, + Slider 1 Bild 3,4,5,6 + Slider 2 Bild 1,2 (Marc Niklas Petersen),  Slider 2 Bild 3 (Urząd Miejski w Gdańsku / www.gdansk.pl), Video (Superlative Adventure Club / Team Navigate by Mind)